Politische Beteiligung an der Schwelle zum postdigitalen Zeitalter
9. June 2020
Marcus Spittler
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Für die Vodafone-Stiftung habe ich eine Studie zur demokratischen Teilhabe kommentiert. Unter dem Titel Jugend will bewegen finden sich die Ergebnisse einer Befragung von jungen Erwachsenen aus Deutschland im Alter zwischen 14 und 24 Jahren. Die Studie zeigt, wie stark sich junge Menschen schon heute an der demokratischen Willensbildung beteiligen. Das Internet hat dabei das Repertoire der Beteiligungsmöglichkeiten merklich erweitert. Ob diese allerdings in Zukunft den hohen Ansprüchen der jungen Menschen an eine moderne Demokratie entsprechen, muss beim Blick auf ihre Wünsche bezweifelt werden. Mein Resümee ist daher: Auf die Parteien kommt die Aufgabe zu, zwischen Jung und Alt zu vermitteln. (https://www.vodafone-stiftung.de/jugend-will-bewegen/)

Dass den Parteien dies bisher nicht gelingt, zeigt sich an einem zentralen Befund der Befragung: Es sind vor allem zivilgesellschaftlichen Organisationen, die zur Beteiligung zu aktivieren. Junge Menschen engagieren sich heute gezielt für ausgesuchte Themen in Online?Petitionen oder auf Demonstrationen. An Wahlen beteiligen sie sich wie alle jungen Generationen nur unterdurchschnittlich. Politik erscheint ihnen wenig responsiv: Nur 27 Prozent der Befragten glauben, dass Politikerinnen und Politiker die Interessen junger Menschen ausreichend berücksichtigten. Noch unzufriedener sind diejenigen, die sich selbst häufig sowohl on? als auch offline politisch beteiligen (23 Prozent). Es sind also gerade jene, die schon ein gewisses politisches Selbstvertrauen mitbringen, die sich im politischen System nicht repräsentiert sehen.

Zufriedenheit mit Partizipationsmöglichkeiten

Die gesamte Broschüre der Studie findet sich hier (PDF Link).